Endurotouren Fjordnorwegen Motorradtour 2013: Am Schwarzeis Gletscher vorbei (Tag 7)

Published on Januar 5th, 2014 | by Sascha

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Fjordnorwegen Motorradtour 2013: Am Schwarzeis Gletscher vorbei (Tag 7)

Nach Tagen der Anreise begann heute der „Norwegische Way Down“ auf der Küstenstraße. Der Atlantik lag ständig auf unser rechten Seite und die Straße zog uns immer tiefer hinein in diese Landschaft aus Schären, Inseln und felsigem Norwegen

Auf dem Kystriksveien unterwegs (Rv17)

Der Kystriksveien ist eine 650 km lange Küstenstraße, die parallel zum E6 verläuft. Wer es eilig hat (so wie ich auf dem Rückweg meiner 2011 Nordkap Tour), der fährt die „schnelle“ Europa Straße. Wer genießen möchte und Zeit mitbringt, der nimmt die Küstenstraße Rv17 mit seinen 6 Fährverbindungen und 27 Tunneln unter die Räder – ein einmaliges Erlebnis!

Die Küstenstraße ist recht kurvig in die wunderschöne Gebirgs- und Küstenlandschaft eingebaut, also ideal für Motorradfahrer. Es herrscht Norwegen-Typisch wenig Verkehr und die Straßen sind in einem OK bis guten Zustand. Wer wirklich alle Highlights mitnehmen und genießen möchte (ohne großen Stress unterwegs zu sein), der plane besser 4-5 Tage für den Trip ein.

Karte zum siebten Tourtag

Tagesroute: Saltstraumen > Glomfjord > Nesna > Sandnessjøn > Belsvåg

Schwarzeis-Gletscher und der Polarkreis

Wir fuhren also den Rv17 in südliche Richtung und genossen Kurve hinter Kurve. In einem 11 km langen Tunnel fuhren wir etwas später unter einem Teil eines Gletschers hindurch. Gleich danach zeigten sich auch schon die Fotopunkte und Beschilderung zu dieser Attraktion. Svartisen (schwarzes Eis)ist mit 370 qkm Norwegens zweitgrößter Gletscher ein touristisches Highlight hier oben.

Dann hieß es irgend wieder rauf auf die Fähre. Diesmal dauerte die Überfahrt ganze 60 Minuten. Inmitten der Passage kam dann die Durchsage vom Kapitän, dass an Backbord Seite die die symbolische Polarkugel zu sehen sein. „Wir passieren jetzt den Polarkreis, …“ hieß es. In meinen Marinezeiten wäre jetzt der Teufel losgewesen und die alten Hasen hätten den neuen blaue Nasen inklusive der Polartaufe verpasst :-) Wir ließen es bei Kaffee und Ausguck bleiben – diesmal zumindest.

Links für mehr Info

Wildcampen geplant und Hütte bekommen

Um 18 Uhr füllten wir die Tanks und die Einkäufe auf. Danach hielten wir erst auf dem GPS, dann „in echt“ nach eine Wildcampplatz für die Nacht Ausschau. Von rechts schien endlich die warme Abendsonne auf uns hernieder und auf der linken Seite begleiteten uns „die sieben Schwestern“ (Wanderpfad Berggruppe mit 7 Gipfeln). Wir fuhren einige Schotterpisten ab, die endeten aber alle auf gesperrten Privatstraßen. Nicht so einfach ein Nachquartier zu finden, wenn hier oben alles voll mit Fels ist und die wenigen Grünflächen alle als Weideland genutzt werden.

Dann checkten wir einen Campingplatz aus, der uns nicht sonderlich gefiel und dann auch noch 150,- Kr pro Nase für ein Zelt haben wollten. Wir fuhren weiter und kamen an einem kleinen Campingplatzschild vorbei und bogen ein. Es gab keine Anmeldung, aber ein älterer Herr (88 Jahre erfuhren wir später) kam uns entgegen, den wir nach dem Preis fürs Zelten fragen. „Jungs, ihr müsst eine Hütte nehmen und ich mache euch ein Angebot, dass ihr nicht ablehnen könnt: 200,- kr für alles zusammen“, sagte der alte rüstige Herr. Klaro nahmen wir das Angebot an und bezogen eine der 8 kleinen netten Hütten.

Der Tag in Daten

  • Gesamtstrecke: 353 km (plus die Fährfahrten)
  • Campingplatz: Belsvåg am Vettfjellet
  • Hüttenkosten: 200,- kr für uns zwei zusammen (Spezialpreis plus ein kleines Taschengeld, wie er es nannte = 40,- kr Münzkleingeld in die Hand)
  • Fähren: 3x mit Preise: 38,- + 26,- + 89,- Kronen
  • Wetter: kalt bei 12 Grad

Fazit

Die vielen Tunnel und Fähren trübten zwar den vollen Fahrspaß auf zwei Rädern ein wenig, aber das Überschiffen bringt auch viel Abwechslung und tolle Erlebnisse mit sich. Die einzigen „Problemchen“ sind die Kosten und die zeitliche Abhängigkeit von den Fahrplänen.

Wir hatten uns (unbewusst) für die Strategie des: „Wir kommen und schauen mal, wann die Fähren fahren“ entschieden. Das klappte eigentlich ganz gut, nahm aber (wie bereits erwähnt) ein wenig „die Dynamik“ aus der Fahrt. Das Nachtkamp kam zwar spät, dafür genossen wir es um so mehr. Wir waren endlich auf dem norwegischen Küstenweg unterwegs und genossen das Erlebte Rv17, herrlich!

Für alle, die sich auf die Küstenstrasse vorbereiten wollen, kann ich die Website rv17.no empfehlen. Dort gibt es ein PDF zu Download mit Karte, Highlights und den einzelnen Orten und Städten (Werbung inklusive natürlich). Das Bild an der Seite stammt auch daraus und zeigt die Fährverbindungen auf dem Weg.

Hier geht es zum Tag 6 des Tourenberichts und zum Tag 8 hier klick :-)

Fotos von diesem Tourtag

Fotos: (c) Sascha Duus & Sigmund Hornberg


About the Author

Hi, ich bin der Blogger auf unterwegens.de und berichte hier über Erlebtes und Gelebtes von meinen Touren. Besonders gerne bin ich mit meinen beiden Enduro Motorrädern (BMW F800GS & R100GS) in Skandinavien unterwegs. Als begeisterter Outdoorer lebe ich nun seit einigen Jahren hier oben in Norwegen, wo Endurowandern und das Draußen-sein einfach irre Spaß machen! Hinterlasst bitte super viele Kommentare und Grüße, ich freue mich auf den Dialog und Kontakt mit euch, Dankeschön :-)



2 Responses to Fjordnorwegen Motorradtour 2013: Am Schwarzeis Gletscher vorbei (Tag 7)

  1. Toni R. says:

    Super Bericht. Ich warte jedesmal auf den nächsten Tag :-)
    Bin ein großer Norwegen Fan. War bis jetzt nur beruflich dort. Dieses Jahr aber wollen wir Südnorwegen mit dem Moped erkundigen.
    Vielen Dank für deine tolle Berichterstattung. Mach weiter so.

    SG aus Tirol

    • Sascha Duus says:

      Hi Toni und danke fürs Feedback :-)
      Viel Spaß mit dem Moped in Norwegen und ein gutes Gelingen für die Tour wünsche ich.
      Dann werde ich mich mal an die Berichten für den nächsten Tage heranmachen …

      LG Sascha

DANKE für eure Kommentare und Meinungen :-)

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