Endurotouren Fjordnorwegen Motorradtour 2013: Auf den Lofoten (Tag 4)

Published on Dezember 31st, 2013 | by Sascha

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Fjordnorwegen Motorradtour 2013: Auf den Lofoten (Tag 4)

Heute fängt die eigentliche Tour an! Endlich sind wir an der Westküste Norwegens angekommen und von hier an geht es wieder südwärts für uns. Fjordnorwegen, wir kommen!

Vom satten Sound geweckt

Unsere beiden 800er GS waren nicht die einzigen Motorräder am Platz. Gleich neben uns parkten zwei Deutsche (Vater und Sohn) mit ihren Suzukies und schräg gegenüber vor Hütte Nummer 6 stand ein Honda Sportstourer aus Italien.

Morgens um acht Uhr weckten mich an dem sonnigen Morgen kein Regengetropfe auf dem Zelt, sondern der satter Sound der Mini-Heyabusas (sorry, waren 750er Maschinen, deren genaue Bezeichnung ich nicht kenne). Wir schätzten die Servieräume mit WC, Waschgelegenheit, heißen Duschen, Strom, Herdplatte und was man sonst noch so benutzen konnte. Dieses Wertschätzen ist auch ein netter Nebeneffekt vom einfachen Reisen mit Zelt: Man wird wieder sensibler und dankbarer für die „normalen und kleinen“ Dinge des Alltages.

Karte zur vierten Etappe (255 km / 7h)

Tagesetappe: (E10) Tjedlsundet > Lødingen > Svolvœr > Stramsund > Leknes > Å > Moskenes

Lofoten – ein spezielles Stück Norwegen

Im Grunde genommen können Worte gar nicht ausdrücken, was die Landschaft an Eindrücken hinterlassen hat. Hoffentlich können euch die Photos ein Bild davon vermitteln, wie wunderschön es auf den Lofoten ausschaut.

Für mich sind die Lofoten ein Norwegen in Miniaturausgabe. Die Berge schießen aus dem Meer und geben dieser Inselgruppe ein ganz spezielles Aussehen. Gerade aus der Distanz (von Boot oder von der Fähre aus) raubt einem dieser Anblick glatt den Atem.

Touristisch werden die Lofoten mehr und mehr Attraktiv für den Tourismus. Egal ob zum Aktivurlaub im Sommer mit Hiking, Kajak oder Fahrrad oder auch in den anderen, mehr kalten Monaten. Selbst im Winter verschlägt es Urlauber hierher, die dann wirklich zu spüren bekommen, wie sich extreme Kälte und Einsamkeit anfühlt. Die alten und umgebauten Fischerhütten sind eine sehr beliebte Herberge mit speziellem Ambiente. War die Fischerei doch für hunderte von Jahren die Haupteinnahmequelle dieser Region (Stichwort Stockfisch/Trockenfisch).

Wo Berge, da auch Tunnel – 10 Stück heute

Der längste Tunnel kam an diesem Tag mit knapp 6 Kilometern daher. Mit 11 kalten Graden, einer hohen Luftfeuchtigkeit und eher schlechter Beleuchtung zieht sich so eine Tunneldurchfahrt ganz schön in die Länge. Die anderen Tunnel des Tages waren um die 1 bis 3 km lang. Das ging dann noch. Immerhin waren alle mehr oder minder beleuchtet und gut im Schuss. Das erlebt man auch anders in Fjordnorwegen.

Eigentlich hatten wir uns im Vorfeld den Campingplatz in „Å“ für unser Nachtlager ausgesucht. Der hatte jedoch exklusiv auf Hütten umgestellt und somit konnten wir unsere Zelte dort nicht für die Nacht aufschlagen (aber gefragt hatten wir). Schade, ist der Ortsname doch wirklich etwas besonderes, oder (der letzte Buchstabe im norwegischen Alphabet)? Also ab um die Ecke nach Moskenes.

Auf dem Campingplatz

In Moskenes war ich 2011 beim meiner Rücktour vom Nordkap schon abgestiegen. Der Campingplatz liegt nur 200m neben dem Fähranleger. Dort angekommen, fanden noch ein isoliertes Plätzen und konnten dem Platzwart eine „Sondererlaubnis“ für die Ecke abschwatzen. Gut, wenn man einen Voll-Norwegen wie Sigmund bei sich hat, der die richtigen Argumente finden kann.

Nach dem Zeltaufbau gingen wir aufgrund des starken Windes und der nun frischen 12 Grad in die Gemeinschaftküche. Kein Seele war da und wir zauberten uns was leckeres Warmes auf den kleinen und gut abgenutzten Herdplatten. Kaum saßen wir mit unseren fertigen Mahlzeiten am Tisch, da kamen grüppchenweise die anderen Camper herein und im Nu befanden sich 15 Leute in dem Räumchen (eindeutig zu viel). Wir schlangen unser Essen daraufhin zwar nicht herunter, aber viel Zeit ließen wir uns damit nicht mehr. Das Wichtigste war jedoch erledigt: Wir waren satt gegessen und reif für den Schlafsack.

Der Tag in Daten

  • Tagesetappe: 255 km in 7 Stunden
  • Tankstopps: 1x
  • Benzinverbrauch: 4,4 l/100km
  • Campingkosten: 160 kr (1 Person mit Zelt und Motorrad)
  • Campingplatz: Moskenes Camping (N67°54 E013°03) (bekommt 3 von meinen 5 Sternen)
  • Wetterlage: trockene große Wolkenfronten durchzogen mit sonnigen Teilabschnitten
  • Temperaturen: sonnigen warme 18 Grad bis frische 12 Grad mit knackig kaltem Wind

Tagesfazit

Die Lofoten sind Faszination pur. Wir hatten ausgesprochenes Glück mit dem Wetter. Für 2 Stunden schien uns die Sonne auf die Helme – Wärme und Energie spendend. Den Rest des Tages hatten wir es bedeckt, die Berge ragten jedoch gerade noch aus dem Wolken hervor und zeigten sich uns in all ihrer Pracht und Größe. So konnten Auge und Kamera schweifen, um die ganze Herrlichkeit dieser Gegend aufzunehmen.

Wir waren überall dort von der E10 herunter gefahren, wo es nur möglich war. Die Kleinstraßen sind viel spannender zu fahren und es gib dort viele schöne Ortschaften und Landschaften zu entdecken. Solche Abstecher kann ich nur jedem Lofoten-Reisenden empfehlen. Wenn ich ein drittes Mal hier hoch komme, würde ich gerne 3-4 Tage auf den Lofoten verbringen und mir auch die „Sackgassen“ anschauen wollen. Es gibt noch so vieles zu Entdecken :-)

Hier geht es zum Tag 3 des Tourenberichts und zum Tag 5 hier klick :-)

Fotos vom vierten Tourtag

Fotos: (c) Sascha Duus & Sigmund Hornberg


About the Author

Hi, ich bin der Blogger auf unterwegens.de und berichte hier über Erlebtes und Gelebtes von meinen Touren. Besonders gerne bin ich mit meinen beiden Enduro Motorrädern (BMW F800GS & R100GS) in Skandinavien unterwegs. Als begeisterter Outdoorer lebe ich nun seit einigen Jahren hier oben in Norwegen, wo Endurowandern und das Draußen-sein einfach irre Spaß machen! Hinterlasst bitte super viele Kommentare und Grüße, ich freue mich auf den Dialog und Kontakt mit euch, Dankeschön :-)



10 Responses to Fjordnorwegen Motorradtour 2013: Auf den Lofoten (Tag 4)

  1. andre thelen says:

    Bischen sparsam heute der bericht ist aber wunderschön dort

    • Sascha Duus says:

      Wunderschöne Lofoten und wundersam viel Arbeit die Berichte zu schreiben, Fotos auszusuchen, Fotos auszuarbeiten, Fotos exportieren und importieren, Fotos beschriften, layouten des Berichtes, Proof reading, Korrekturen, Social Media, …. :-)

      Deswegen freu ich mich ja über all die netten Kommentare und Feedbacks :-)
      Morgen geht es weiter !

  2. Immer wenn ein Blogger bei dem ich regelmäßig vorbeischaue so eine Serie startet fiebere ich auf den nächsten Artikel hin. Klasse Bericht! Super Bilder! Gib uns MEHR davon!
    Ich hoffe in den nächstens Jahren auch mal einen etwas längeren Abstecher nach Norwegen machen zu können. Deine Artikel machen jedenfalls riesen Lust darauf!

  3. Hallo Sasha !
    Genau so einen tollen Reisebericht müßte ich eigentlich auch noch schreiben. War mit einem Kollegen für 10 Tage im Juni bei Euch in Norwegen. Haben 3500 km hinter uns gelassen.
    Respekt mit was für einem Eifer du an der Sache arbeitest. Weiter so !! Daumen hoch ! ;-)

    • Sascha Duus says:

      Thanks Andreas und halte mit deinem Reisebericht mal nicht hinterm Berg zurück. Wir wollen den lesen :-)

      Juni ist ein guter Reisemonat, wenn es da nicht zufällig ein nasser Monat ist.
      Viel Spaß in 2014 wünsche ich und tolle Reisen :-D

  4. Nobbi says:

    Sehr schön. Lofoten stehen auch ganz oben auf meiner Liste. Guten Rutsch und weiter so.

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  6. Markus says:

    Hallo
    Toller Bericht Arbeitskollege und ich fahren im Juni nach Lofoten, wird starten die Tour in Lidköping ( Schweden da ich in Schweden wohne ).
    Hast du einen geheim tipp zum motorrad fahren auf Lofoten
    P.s. Ich freu mich drauf.
    Gruss Markus

DANKE für eure Kommentare und Meinungen :-)

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