Nach Norwegen und Finnland richtet nun auch Schweden sein eigenes GS Meetings aus – sehr schön! Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen und war beim ersten Treffen selbst mit dabei. Hier der Bericht!

Treffen im Süden Schwedens

[singlepic id=4671 w=250 h=250 float=right]Ende 2012 kamen die ersten Gerüchte in Facebook auf, dass es nun auch ein GS Meeting in Schweden geben soll. Dann kam die offizielle Gründung der Facebook Gruppe und der Website – Termin und Ort standen fest. Das erste Treffen im Pipi Langstrumpf Land hielt sich im Groben an den Rahmen, wie es auch aus den Niederlanden, Norwegen und Finnland Bekannt ist. Es war ein privates Event (also nicht von BMW selbst aufgerichtet) und von BMW GS Fans für BMW GS Fans.

Meine Einladung kam über die Facebook Gruppe rein. Wahrscheinlich war ich unter den Empfängern, da ich auch in der Norwegischen GS-Meeting Gruppe mit drin bin. Knapp 70 Großenduros trafen sich schließlich zum gemeinsamen Wochenende in Südschweden. Der Großteil kam selbstredend aus dem eigenen Land, aber es waren auch ca. 20 GS´ler aus Finnland, Deutschland, Dänemark, Norwegen und Belgien mit von der Partie.

Gemeinsame Schottertouren am Fr und Sa

[singlepic id=4689 w=250 h=250 float=right]Zwei verschiedene Niveaus standen zur Wahl. Wer bereits Schotter-erfahren war und die flottere Gangart auf allerlei Untergrund beherrscht, der fand sich in einer der roten Gruppen wieder (Stollenreifen empfohlen). Die blauen Gruppen fuhren vermehrt auf festen Pisten und zog mit dem Tempo nicht ganz so mächtig an (Touring Bereifung ausreichend).

Alle Fahrer schienen sich gut eingeordnet zu haben, denn die Gruppen hielten sich gut zusammen und kamen dynamisch voran. Es lohnt sich grundsätzlich nicht, sich für eine schnellere und schwierigere Gruppe zu entscheiden. Man ist dort zwar immer gerne willkommen, aber wenn man ständig der Langsame und Letzte ist, fühlt man das selbst recht schnell (man wartet ständig auf einen). Wer dann für seien Verhältnisse zu schnell fährt, kommt schnell an die eigenen Grenzen und das endet unschön im Graben.

Neben kleinen Umfallern und Bagatellen (Grabenkontakt) lief alles glatt und mit einer riesen Menge Spaß ab. Während und nach der Tour sah man allerorts das Grinsen in den Gesichtern der Fahrer. Auch nach der Tour im Camp gab es viel über die persönlichen Eindrücke und das gerade Erlebte zu erzählen. Allerhand Actioncams waren mit dabei und hielten viele Szenen der Schotterparty auf diversen SD-Karten fest :-)

Video

Von Mattias Eriksson gibt es ein schönes 16 Minuten von der Anreise über die Ausfahrten bis hin zum Abendprogramm.

Das Abendprogramm

[singlepic id=4702 w=250 h=250 float=right]Die Veranstalter hatten gut vorgesorgt und boten allerlei Getränke und Speisen zum Kauf an. Der Grill und ein Feuerchen wurden jeden Abend angeschmissen und konnten frei von jedermann mitgenutzt werden. Donnerstag Abend lud Touratech zur freien Würstchen, Hot-Dog Brot und Kartoffelsalat ein, sehr schön! Am Samstag gab es ein Stück Grillfleisch mit Salat und Kartoffelsalat dazu. Das war in den 350,- Kronen Teilnahmegebühr bereits inkludiert.

Ebenfalls am Samstag wurde eine Lotterie abgehalten, die wir auch schon vom norwegischen GS Meeting her kennen. Die Anmeldenummern wurden in einen Topf geschmissen und die glücklichen Gewinner konnten sich etwas von den gesponserten Preisen aussuchen (Shirts, DVDs, …).

Links

Meine An- und Abreise

[singlepic id=4655 w=250 h=250 float=right]Für mich ging es am Mittwoch gleich nach der Arbeit los. Das Bike wurde wie immer bereits am Vortag gepackt und alles war klar zur Abreise. Als Reifen waren die Karoo (T) frisch aufgezogen worden, damit ich es auf Schotter und anderen Pisten so richtig krachen lassen konnte.

Über kleine und größere Schotterpisten kam ich der schwedischen Grenze langsam aber mit viel Spaß näher. Aufgrund der vollen Koffer, leichtem Regen und der Winterpause musste ich meinen Rhythmus erst wieder finden (der kam aber schnell zurück). Wild gecampt wurde dann auf einer Landzuge des großen Vänern Sees an einer wunderschönen Location, die ich mir zuvor via Google Earth herausgesucht hatte. Am Donnerstag ging die Tour nach einer mittelgroßen Schraubereinlage (siehe unten) weiter über eine der vorbereiteten Anreiserouten. Schönste Gravel-Einlagen und ein paar coole Traktor-Waldwege galt es abzufahren. Perfekt für die richtige Einstimmung.

Sonntag morgen machten ich mich dann nach dem Treffen zeitig zur Rückreise auf. Im Gegensatz zur Anreise hatte ich hierfür keine Route vorbereitet. Mein Garmin 62s gab mit die kürzeste Route vor, um zurück nach Oslo zu kommen. Bis auf 30km Europastraße ging es dann meist über kleine und kleinste Nebenstecken zurück. Die Sonne schien bei 20 Grad und blauem Himmel auf mich herab. Kurve um Kurve fuhr ich weiter gen Norden und genoss eine perfekte Motorrad Heimreise. Herrlich, herrlich, herrlich!

Karte zum Meeting

Die Anreise für deutsche Kollegen fiel wesentlich einfacher ausfallen als ein Besuch in Finnland oder Norwegen. Einfach über die Brücken fahren oder über Rügen mit der Fähre anreisen.

Größere Kartenansicht

Motorrad-Trouble nach der Winterpause

[singlepic id=4662 w=250 h=250 float=right]Wer lernen möchte, sein Motorrad selber zu warten, der scheint seine Erlebnisse zu haben (so zumindest bei mir). Ich hatte wirklich keine Lust auf irgendwelchen technischen Ärger auf dieser Tour, aber dann kam ein „Herausforderung“ nach der Anderen. Seht euch die Liste mit deren Behebungen selbst an:

  • Heckrahmen lose – lose Schraube finden und nachziehen
  • Koffer lose – Schrauben nachziehen
  • Bremsklötze hinten total runter – besorgen und austauschen
  • knacken und Rhythmus in der Kette – kompletten Kettensatz besorgen und wechseln (Kette, Ritzen, Kettenrad)
  • Blinkerglas kaputt – Glass tauschen (kostenlos)
  • Glühlampe Abblendlicht (h7) defekt – Birne besorgen und austauschen
  • Frontscheibe aufgrund Steischlags defekt – mit 2 Komponenten Kleber und Panzertape geflickt
  • Nebelscheinwerfer links aufgrund Steinschlags defekt (vorher schon einen Sprung gehabt) – zu Hause wartete der Ersatz zum Wechseln

Den Kettensatz, die Bremsklötze und die Blinkerscheibe konnte ich bei einem BMW Händler in Vänersborg besorgen. Das Gerät zum Nieten des Kettenschlosses ließ mich die Werkstatt vor Ort netterweise ausleihen. An Werkzeug hatte ich sonst alles mit dabei und konnte mir selbst gut behelfen. Das war auch das Gute an der ganzen Situation: Ich konnte mir selbst beweisen, dass ich solche technischen Probleme auf einer Tour beheben und lösen kann :-)

Fazit

[singlepic id=4703 w=250 h=250 float=right]Dem lange fest sitzenden Winter mussten wir wohl die kühlen Abende und Nächte zuschreiben. Zumindest Do und Fr wurde es nach Sonnenuntergang empfindlich kalt. Trotzdem wurde viel gequatscht und Stimmung auf den AfterBike-Parties gemacht. Wer nicht vor den Zelten saß, traf sich im oder vor dem Hauptgebäude zum internationalen Gespräch in Englisch.

Ich habe die Veranstalter am Meeting Ende befragt, und 2014 kann das GS Treffen mit viel Glück wieder statt finden (wäre doch super). Es hätten ruhig 200 Teilnehmer werden können, wurde mir berichtet. Also Leute, teilt allen GS- und Enduro-Freunden mit, dass es im Mai nächsten Jahres auf nach Schweden geht. Ich habe tierisch Lust wieder mit dabei zu sein. Hiermit sei mein Dank an die Veranstalter und die Teilnehmer für ein gelungenes erstes Treffen ausgesprochen! Das Treffen hat mir richtig gut gefallen und ich habe die Ausfahrten und das gesellige Beisammensein sehr genossen!

Daten zur Tour

  • Kilometer: 1.544km (333km Mi, 314km Do, 201km Fr, 214km So, 482km So)
  • Dauer: 5 Tage mit 4 Übernachtungen im Zelt
  • Schotter Anteil: >60%
  • Wetter: Mi Regen; sonst wolkig bis sonnig; Nachts plus 1 bis 7 Grad Celsius; tagsüber 12 bis 18 Grad

Fotos zum Treffen

Hier ein paar Eindrücke zum Treffen in Schwedischen Südland.
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